Es war Freitag, letzter Tag der Woche, Auftakt zum Wochenende und der erste, kühlere Tag nach einem wahrhaft goldenen Herbst. Gerade heute, wo ich doch alleine im Sekretariat sitze. Ich schlief unruhig die Nacht. Träumte, dass ich den Zug verpassen und zu spät zur Arbeit erscheinen würde. Was würde das für ein Bild von einem Studenten abgeben?
Aufgescheucht durch den Traum schoss ich aus dem Bett, raste zu meinem iPhone welches am Boden lag und noch Energie für den Tag aus der Steckdose tankte. Im Glauben, ich sei bereits zu spät um den Zug noch zu erreichen, schnappte ich mir mein Mobiltelefon, blickte kurz drauf und bemerkte, dass es erst 3.55 Uhr war. Auf dem Weg dorthin überrannte ich den Wecker, den ich absichtlich in der Mitte des Raumes platziert hatte, damit ich ihn, wenn der Alarm abgeht, nicht aus dem Bett heraus erreichen und abstellen kann. Danach griff ich zu einer Tube Haar-Gel und gab mir Mühe, die Spuren der Nacht auf meinem Kopf zu beseitigen. Aber ich hatte ein immens geschwollenes Auge. Verzeihung für die Wortwahl. Sah aus wie Quasimodo, der Protagonist aus der Geschichte "Der Glöckner von Notre Dame". Ray Ban sei Dank. Uff. Die Philadelphia Flyers schlagen zum Auftakt der neuen NHL Saison die Boston Bruins. Wenigstens klappte das alles gut. Ein breiter schwarzer Rahmen kann manchmal ganz praktisch sein. Da ich newstechnisch Up-to-Date war, schritt ich ins Bad und blickte in den Spiegel. Da habe ich ja nochmals eine Stunde Zeit um mich ins Bett zu legen, dachte ich mir und schritt zurück Richtung Bett. Mensch, sah ich scheisse aus. Was war da wieder los? Anschliessend schnappte ich meine Umhängetasche und machte mich auf den Weg zum Bahnhof. Naja, keine Zeit diese Frage wissenschaftlich anzugehen, schliesslich musste ich mich bereit machen um den Zug zu erwischen. Erwartet werden tiefere Temperaturen. So versuchte ich, so gut wie möglich mit meiner Studenten Brille mein Auge zu kaschieren. So griff ich zu meinem iPhone und las die ersten News. Das Überrennen verursachte unheimlichen Lärm und ich nervte mich bereits das erste Mal über mich selber. Aber hey, ich konnte noch eine Stunde schlafen, Jackpot.Um 5.00 Uhr erwachte ich ohne die gütige Mithilfe meines Weckers. Das war der Moment, als mich beinahe der Schlag traf. Ich erwischte meinen Zug.
Источник: students.ch (Blog)